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Surfhotspot Algarve

  • Autorenbild: nora
    nora
  • 1. Sept. 2024
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Nov. 2024

Zwischen Wellen, endlosen Küsten und Pizzapartys.


Wilde, kilometerlange Küsten mit spektakulären Klippen, die durch Gezeiten, Wind und Wetter irre Formen angenommen haben. Wunderschöne Städte und ein Vibe, den es nur hier zu finden gibt: Die Algarve ist eine der begehrtesten Reiseziele Portugals, wenn nicht sogar ganz Europas. Was macht diese Region so besonders und wieso zieht sie Surfer aus aller Welt an?


Ein breiter Sandstrand im Sonnenuntergangslicht. Ein Berg im Hintergrund und zwei Menschen mit Surfboard laufen auf das Meer zu.


Inhaltsverzeichnis



Anreise

Die Algarve ist von Deutschland aus erstaunlich einfach und bequem zu erreichen, was sie zu einem idealen Ziel für spontane Surftrips oder längere Urlaube macht. Die meisten Reisenden starten ihre Reise mit einem Flug nach Faro, dem zentralen Knotenpunkt der Region. Direktflüge von Deutschland gibt es von vielen größeren Flughäfen wie Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf. Die Flugzeit beträgt in der Regel etwa drei Stunden – gerade lang genug, um sich auf die kommenden Wellen einzustimmen.


Für diejenigen, die flexibel bleiben oder auch andere Teile Portugals erkunden möchten, bieten sich auch Flüge nach Lissabon an. Von hier aus ist die Algarve in gut zweieinhalb Stunden mit dem Zug oder Mietwagen erreichbar. Wir sind von Düsseldorf Weeze nach Faro geflogen und waren im September dort. Dies war die ideale Jahreszeit: Nebensaison, teilweise menschenleere Strände, dennoch angenehme Temperaturen, Sonnengarantie und gute Wellen.

Am Flughafen Faro angekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Küste weiter zu erkunden. Mietwagen stehen direkt am Flughafen zur Verfügung und bieten die ideale Freiheit, um die zahlreichen Surfspots der Algarve auf eigene Faust zu erreichen. Alternativ kann man auch auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen: Züge und Busse verbinden Faro mit den meisten Orten entlang der Algarve-Küste, sodass bekannte Surf-Hotspots wie Lagos, Sagres oder Albufeira problemlos erreichbar sind. Allerdings empfehle ich auf jeden Fall einen Mietwagen zu nehmen oder direkt mit dem eigenen PKW anzureisen. Ohne Auto ist man hier, je nach Aufenthaltsort, sehr unflexibel und kommt schwer von A nach B. Wir buchen unsere Mietwagen immer über Check 24. Hier kann man alle Parameter bequem einstellen (Versicherungen, Tankregelung, Zusatzfahrer) und hat eine große Auswahl an Anbietern. Achtet auf jeden Fall darauf, dass ihr eine Kreditkarte (keine Debitkarte) dabei habt. Diese benötigt ihr zur Garantie und für die Kaution. Wenn ihr keine Kreditkarte dabei habt, kann es vor Ort zu gehörigen Aufzahlungen kommen.


Unabhängig davon, ob man direkt in Faro landet oder über einen anderen Flughafen anreist – die Algarve liegt nur wenige Stunden von Deutschland entfernt und bietet eine unkomplizierte Anreise, um schnell in ein aufregendes Surf-Abenteuer eintauchen zu können.



Die besten Strände zum Surfen

Bereits aus dem Flugzeugfenster blickt man auf die endlosen Küstenlinien, die sich sanft ins glitzernde Blau des Atlantiks schmiegen. Mit rund 450.000 Einwohnern ist die Algarve nicht nur ein Paradies für Wellenreiter, sondern auch eine Region voller Charme und Kontraste. Hier trifft man auf pittoreske Dörfer, raue Klippen, die dramatisch ins Meer stürzen, und unberührte Strände, die zu Spaziergängen, Sonnen, Volleyballsessions oder Yoga einladen.

Die geografische Vielfalt der Algarve macht sie zu einem Hotspot für Abenteurer und Naturliebhaber. Hier gibt es nicht umsonst unzählige Surfcamps und Surfschools. Ich habe bereits ein Surfcamp auf Bali besucht. Weitere Standorte sind in Marokko, Sri Lanka und auch in Portugal zu finden. Für Anfänger kann ich ein Surfcamp auf jeden Fall empfehlen!


Eine junge Frau im schwarzen Wetsuite steht mit einem großen Softtop Surfboard am breiten Sandstrand.

Die Mischung aus angenehmem Klima, toller Landschaft und vor allem perfekten Wellen, machen die Algarve zu einem wahren Surferparadies. Der Wind und die Strömung kommen sowohl von der Süd- als auch von der Westseite und sorgen so für ideale Bedingungen für den beliebten Wassersport. Alle 20 bis. 40 Minuten erreicht man neue Strände, die sich zum Entspannen, entdecken, baden und vor allem zum Surfen eignen. Somit ist die Auswahl riesig. Doch an welchen Stränden findet man welche Bedingungen? Welcher ist eher für Anfänger, welcher für Fortgeschrittene Surfer geeignet? Hier findet ihr eine Übersicht:


Sagres und Umgebung:

Praia do Tonel

  • kraftvolle Wellen

  • Nordwestwinden = fortgeschrittene Surfer

Praia da Mareta:

  • durch vorgelagerte Bucht gut vor den stärksten Wellen geschützt

  • für Anfänger und ruhigere Bedingungen

  • Südliche Winde = ausreichend Swell, auch für fortgeschrittene Surfer

Praia do Beliche:

  • abseits der Hauptwege = ruhig & malerisch

  • von hohen Klippen umgeben

  • entspannte Atmosphäre, aber trotzdem starke und schnelle Wellen

  • Nordwestwinden = fortgeschrittene Surfer

  • viele Bodyboarder

Praia do Zavial:

  • kraftvolle und schnelle Wellen

  • geschützte Bucht

  • erfahrene Surfer als auch für fortgeschrittene Anfänger

  • bei richtigen Bedingungen kann man hier sogar Barrels surfen


Richtung Faro:

Praia do Barranco

  • verstecktes Juwel

  • zwischen hohen Klippen eingebettet = links- als auch rechtsbrechende Wellen

  • Südwestwinden = entfaltet Barranco sein volles Potenzial

  • Surfen abseits der Massen

Praia da Luz:

  • touristischerer Strand

  • ideal für Anfänger und Fortgeschrittene: Wellen brechen sanfter und beständiger

  • westliche Swells und leichte Winde = lange und gleichmäßige Wellen

Praia do Burgau:

  • Gleichnamiges malerisches Fischerdorf

  • Kleiner feiner Surfspot

  • Westliche Swells & leichtem Offshore-Wind = Anfänger und Intermediate-Surfer


Richtung Aljezur/Ericeira:

Praia da Cordoama:

  • wilder und weitläufiger Strand

  • kraftvollen und schnellen Wellen

  • erfahrene Surfer

Praia do Amado:

  • beständigen Wellen und Vielfalt an Breaks

  • für jedes Niveau

Praia da Bordeira:

  • weitläufigen Sanddünen und unberührte Natur

  • Beach- & Point-Breaks


An der Algarve erreicht man alle 10 bis 20 Minuten mit dem Auto einen neuen, atemberaubenden Strand. Meist sind diese von hohen Klippen umgeben, die sich perfekt zum auschecken der Surfbedingungen eignen. Die Sonnenuntergänge kann ich hier auch nur empfehlen!


Bei allem gilt: Die Natur ist unberechenbar und das Wetter kann sich super schnell ändern. Hier könnt ihr, am besten tagesaktuell, die Bedingungen checken.

Sogar an der Algarve erwischt man Tage, an denen man keine gute Welle bekommt oder gar nicht erst raus aufs Wasser geht. Dies ist auch gar nicht schlimm, denn schließlich hat die Region noch viel mehr zu bieten.



Weitere Aktivitäten an der Algarve: Pizzaparty, Lagos & Praia de Bengali

Was kann man außerhalb des Surfers hier erleben?

Von der sanften Hügellandschaft im Hinterland bis hin zu den steilen Felsformationen entlang der Küste – die Algarve bietet mehr als nur traumhafte Surfspots. Hier kann man sich nur den Wellen hingeben, sondern auch Wanderungen durch die üppigen Naturparks unternehmen, historische Städte erkunden und die reiche Kultur der Region erleben. Von erfahrenem Surfer bis zum blutigen Anfänger, dass die Bedingungen der verschiedenen Spots sehr vielfältig sind, ist hoffentlich deutlich geworden. Die Algarve hat für jeden etwas zu bieten – und das in einer Umgebung, die von warmem Klima und herzlichen Menschen geprägt ist.


Ein Erlebnis, was mir sehr in Erinnerung geblieben ist, ist die Pizzaparty! Und ja, ihr habt richtig gehört. Diese wird von der Fridayhappiness Associação, einer Kultur und Kunst Community, die einen Selbstversorger Lifestyle mit nachhaltigem Fokus lebt, veranstaltet und findet in den Bergen von Monchique statt. Hier muss man von der Küste ein Stück hinfahren, hier wären wir wieder bei der Notwendigkeit eines Autos.

Jeden Freitag gibt es dort seit 8 Jahren die Friday Pizza Party. Früher gab es wohl mal eine Art Pizzaflat, als wir 2022 da waren, gab es ganz normale Pizza zu kaufen. Dennoch fand ich es total cool gemacht und die Location echt toll. Mitten in den Dünen hinter den Lagern von Campervans findet dann in einem Wirrwarr aus Holztreppen- und Häusern ein Rave statt. Mit verschiedenen Bühnen und DJs und eben Pizza. Wenn ihr dort seid und Lust auf ein außergewöhnliches Partyerlebnis habt, schaut unbedingt vorbei.


Generell bietet die Algarve nicht gerade viele große Metropolen oder kulturelle Highlights. Somit begrenzt sie sich auf wenige, kleinere Städte. Diese sind aber total Sehenswert. Mir hat zum Beispiel Lagos sehr gut gefallen. Die malerische Hafenstadt hat einen total süßen Charme und es gibt viele, gute Restaurants und das günstigste und beste All-you-can-eat Sushi ever. Das Restaurant erscheint auf den ersten Blick unscheinbar, ist aber ein echter Geheimtipp:




Ich kann hier keine expliziten Empfehlungen zu Sehenswürdigkeiten oder Attraktionen geben, außer durch die Straßen und Gassen zu bummeln und sich treiben zu lassen. Genießt das Wetter, die Atmosphäre und die portugiesische Küche!




Das absolute Highlight und Wahrzeichen der Algarve ist wohl die skurrile Felsformation Benagil Cave am Praia de Bengali. Das wollte ich unbedingt sehen und es lohnt sich! Viele Anbieter bieten hier Touren mit dem Boot an, mit dem man dann ins „Auge“ fährt und ggf. sogar aussteigen kann. Wir haben uns dazu entschieden zum Strand zu fahren und mit einem Surfboard rüber zu schwimmen. Vom Land aus kommt man gar nicht oder nur schwer hin. Die Strecke beträgt ca. 5 Minuten und ist für jeden passablen Schwimmer machbar. Außerdem hatten wir ja ein Board dabei!


Ein Wunder der Natur und absolut Sehenswert: Das Benagil Cave zwischen den beiden Städten Albufeira und Portimao.



Fazit

Die Algarve ist sowohl für Naturliebhaber, Abenteurer und Aktivurlauber ein absolutes Traumziel. Die endlosen, wilden Küsten und Strände lassen jedes Surferherz höher schlagen. Von blutigem Anfänger bis zum Profi: Hier finden Wellenreiter auf jedem Niveau die richtigen Bedingungen. Ich war das erste Mal überhaupt in Portugal und es hat mir sehr gut gefallen. Meine persönlichen Tipps:

  • Auf jeden Fall einen Mietwagen nehmen oder mit dem Auto anreisen

  • Festes Schuhwerk sind bei den Klippen teilweise ein Muss

  • Keine zu hohen Erwartungen an Sightseeing und Kultur haben

Wenn ich dieses Reiseziel z.B. mit Spanien vergleiche, fällt mir auf, dass die kulinarische und kulturelle Vielfalt sich enorm unterscheidet. Generell gefällt mir die Atmosphäre in Spanien etwas besser, ich will aber auf jeden Fall wieder kommen und noch mehr entdecken. Zum Surfen ist Portugal sicher eine der besten Adressen Europas und die Natur ist atemberaubend schön.



From Algarve with Love: Das Bier Super Bock bekommt man an jeder Ecke und ist auf jeden Fall ein treuer Wegbegleiter an der Algarve.

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