Kreta: Overhyped oder Mittelmeer-Juwel?
- nora

- 20. Okt. 2024
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Mai 2025
Meine Tipps und Erfahrung aus einer Woche Kreta im September
Die sanften Wellen des Mittelmeers treffen an die fast schon kitschig schönen Kies- und Sandstrände. Im Hintergrund zeichnet sich die gigantische, von Pinien getüpfelte Berglandschaft ab. Typisch kretische Klänge bleiben in deinem Ohr, weil sie an jeder Strandbar und Taverne zu hören sind. Die Sonne scheint und das Leben ist schön - Kalimera Kreta!
Viele verbinden die Insel jedoch auch mit überlaufenen Stränden, wenig authentischen Plätzen und Massentourismus. Was ist da dran? In diesem Blogartikel, erfährst du, was ich auf Kreta erlebt habe, wie mein Eindruck war und im Fazit verrate ich euch, ob auch hier der Massentourismus überhandgenommen hat.

Inhaltsverzeichnis
Vor deiner Reise: Key Facts über Kreta
Zunächst ein paar Key Facts über Kreta, damit du vor deiner Reise weißt, worauf du dich einlässt. Wie viele Dinge hättest du gewusst?
📏 Größe: Kreta ist etwa 8.300 km² groß – du brauchst also definitiv mehr als einen Tagestrip, um die Insel zu erkunden. Sie ist die größte Insel Griechenlands und nach Sizilien, Sardinien, Zypern und Korsika die 5. größte des Mittelmeers.
🌆 Hauptstadt: Heraklion – wahrscheinlich wirst du hier ankommen, weil es einen der größten Flughäfen hat, der im Übrigen echt renovierungsbedürftig ist, also sei nicht geschockt.
👫 Bevölkerung: Rund 600.000 Leute leben hier (im Sommer verdoppelt sich die Zahl dank uns Touristen!)
💸 Währung: Euro! Also keine Umrechnungsprobleme oder Wechselgebühren für uns.
🗣️ Sprache: Griechisch – aber keine Panik! Mit Englisch kommst du überall klar, besonders in den touristischen Gebieten. Viele Griechen sprechen sogar in Ansätzen Deutsch.
🌡️ Klima: Kreta hat ein typisch mediterranes Klima, was bedeutet, dass es heiße, trockene Sommer und milde Winter gibt. Die Sommermonate (Juni bis August) sind oft sehr heiß, mit Temperaturen, die regelmäßig über 30 °C und teils sogar über 40 °C klettern können. Im Frühjahr (April, Mai) und Herbst (September, Oktober) ist es angenehm warm, zwischen 20 und 28 °C – perfekt für Sightseeing oder Outdoor-Aktivitäten. In den Wintermonaten (Dezember bis Februar) kann es regnerisch werden, aber die Temperaturen fallen selten unter 10 °C.
Beste Reisezeit: September – der perfekte Monat für Kreta
Wir waren Ende September auf Kreta und das kann ich nur wärmstens empfehlen. Warum? Ganz einfach:
Mehr Ruhe: Im Juli und August kann es echt voll werden. Vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern verreisen in dieser Zeit und dann wird es eben oft auch mal laut und wuselig, was völlig in Ordnung ist. Wer absolute Ruhe haben will, oder einfach kinderfreien Space braucht, kann ein Adult only Hotel buchen. Im September verwandelt sich Kreta in ein wahres Rentnerparadies. Perfekt, um Strände und Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu genießen. Ich muss das nicht in jedem Urlaub haben, fand es aber für einen Entspannungsurlaub total angenehm.
Top Wetter: Die Temperaturen sind angenehm warm, meist zwischen 24 und 28 Grad – also immer noch Strandwetter, aber ohne den brennenden Hochsommer. Plus: Das Meer ist noch wunderbar warm, da es über den Sommer schön aufgeheizt wurde. Abends und nachts kühlt es dann ab, sodass man sich schon etwas Leichtes drüber ziehen sollte. Braun wird man trotzdem ;) Wir haben in einer Woche kein einziges Mal die Klimaanlage benötigt, was ich sehr geschätzt habe.
Erschwinglicher: Da die Hochsaison vorbei ist, sinken die Preise für Unterkünfte. Budget-Travel-Freunde, aufgepasst! 💸
September ist der Sweet Spot – genug Sonne, weniger Trubel und dazu noch entspannter für den Geldbeutel.
Top Unterkunft auf Kreta: Ruhe & Strandnähe in einem
Wo auf Kreta solltest du übernachten? Das kommt ganz darauf an, was für Aktivitäten du geplant hast. Ich habe mir sagen lassen, dass sich die schönsten Strände im Süden befinden, im Inland kann man gut wandern und an der Nordküste gibt es einige Städte zum Erkunden. Für mich war das Ganze eher zufällig, da ich hier unser super schönes, sehr empfehlenswerte Troulis Apart Hotel gefunden habe und der Ort nicht zu weit vom Flughafen HER entfernt sein sollte.
Somit ging es für uns nach Balí. Und ja, du hast richtig gelesen, Balí – aber keine Sorge, du musst nicht um die halbe Welt nach Indonesien fliegen. Balí liegt an der Nordküste von Kreta zwischen Heraklion und Chania und hat mich als Übernachtungsort auf jeden Fall überzeugt. Hier erfährst du, warum:
Das Troulis Apart Hotel im Herzen des Urlaubsortes Balí hat ca. 75 Zimmer und wurde 2019 teilweise renoviert. Tipp: Passt bei der Buchung auf die Zimmerkategorie auf, diese können je nach Veranstalter stark variieren (nicht nur bei diesem Hotel)
Entspanntes Inselleben
In Balí erwartet dich eine charmante Mischung aus kleinen, idyllischen Buchten und Touristenshops. Kultur oder Sightseeing kann man hier eher nicht erwarten, aber um mal richtig herunterzukommen und zu entspannen, fand ich es super. An den Stränden befinden sich sehr viele Beach Bars und Tavernen. Ansonsten besteht Balí eher aus Hotels und Touristenshops.
Zentrale Lage für Entdecker
Von Balí aus erreichst du easy einige der spannendsten Orte auf Kreta. Ob du nach Rethymno, Chania oder Heraklion willst – alles liegt quasi in Reichweite (mit dem Auto). So kannst du tagsüber die Insel erkunden und abends in Balí in einer Standbar oder Taverne entspannen.
Flughafen Heraklion: 53 km, 48 Minuten Fahrt
Rethymno: 30 km, 32 Minuten Fahrt
Chania: 92 km, 1 h 28 Minuten Fahrt
Paradies für Strandliebhaber
Es gibt vier verschiedene Buchten – du kannst also easy zwischen Sand- und Kiesstränden switchen und das Wasser ist wirklich unglaublich klar. Im Hintergrund die beeindruckenden, von Pinien bedeckten Berge. Mein Favorit: Varkotopos. Hier kann man super schnorcheln, am Strand entspannen oder an der Mambo Beach Bar einen Cocktail schlürfen. Die Bucht ist klein, aber sie lag direkt an unserem Hotel und es gab keine Angebote wie Jetski oder Bootstouren. Das fand ich sehr angenehm, weil man so seine Ruhe hatte und das Meer genießen konnte. Wer mehr Action möchte, ist am Livadi Beach besser aufgehoben.
links und Mitte: Die Aussicht des zweites Pools unsere Hotels auf Varkotopos, rechts: North Ness Top
Aktivitäten auf Kreta: Must dos
Kreta ist so viel mehr als nur ein Strandziel. Hier gibt’s Action, Entspannung und Kultur – und das alles auf einer einzigen Insel. Here we go, meine Top 4 Aktivitäten auf Kreta:
1. Traumstrände: Türkises Wasser und weißer Sand 🏖️
Kreta hat unfassbar viele Strände – einige davon zählen zu den schönsten in ganz Europa. Hier sind meine Highlights:
Elafonissi Beach: Stell dir vor, du stehst an einem Strand mit rosa schimmerndem Sand. Ja, das gibt’s wirklich! 🌸 Elafonissi ist einer der Insta-Hotspots auf Kreta – ob man sich dort auch sein Foto abholen und je nach Saison in Menschenmassen untergehen will, kann man selbst entscheiden. Ich habe mich dagegen entschieden. Dennoch würde ich es mir gern mal anschauen. Tipp: Früh hinfahren, dann hast du noch ein bisschen Ruhe, bevor die Tagesausflügler eintrudeln.
Balos Lagoon: Ein wahres Naturparadies, das du entweder per Boot oder über eine kleine Wanderung erreichst. Die türkisfarbene Lagune ist ein Traum – hier kannst du den ganzen Tag entspannen oder schnorcheln.
Vai Beach: Der einzige Strand in Europa mit einem natürlichen Palmenwald – verrückt, oder? 🌴 Er liegt etwas abseits, aber die Kombination aus exotischen Palmen und türkisfarbenem Wasser ist einzigartig.
2. Wandern durch die Imbros Schlucht: Natur pur 🏞️
Wenn du, wie ich, ein bisschen Abenteuer und vor allem Natur liebst, darfst du die Imbros Schlucht nicht verpassen. Klar, die Samaria Schlucht ist bekannter, aber dafür auch voller Touristen. Imbros ist kleiner, aber genauso spektakulär.
Länge: Die Wanderung ist etwa 8 km lang – gut machbar, auch wenn du kein Profiwanderer bist. Ich hab das Ganze sogar ohne Wanderschuhe geschafft.
Landschaft: Bevor du die enge Schlucht, welche an manchen Stellen nur 2 Meter breit ist erreichst, wanderst du durch beeindruckende Felsformationen und trockene, teils bizarre Vegetation. Mit etwas Glück spottest du sogar Bergziegen aus nächster Nähe.
Dauer: Plane ca. 3 Stunden ein – genug Zeit, um die Natur zu genießen.
3. Weinprobe auf dem Manousakis Weingut: Jámas! 🍷
Nach einer Wanderung oder einem Tag am Strand gibt es nichts Besseres als einen guten Wein, oder? Besonders, wenn er direkt von der Insel kommt! Das Manousakis Weingut liegt etwas außerhalb von Chania und bietet nicht nur tolle Weine, sondern auch eine wunderschöne Umgebung. Das Weingut ist familiengeführt, und du bekommst eine informative Führung durch das Lager und den Weinkeller. Am Ende gibt’s natürlich eine Verkostung. 🍷
Das Weintasting kannst du über GetYourGuide oder direkt bei Manousakis buchen.
4. Sightseeing in Chania & Rethymno:
Geschichte und Charme in Chania⚓
Chania ist definitiv ein charmanter, hübscher Ort auf Kreta. Die zweitgrößte Stadt der Insel versprüht mit ihrer venezianischen Architektur und den engen Gassen eine ganz besondere Atmosphäre. Hier sind ein paar Must-Sees:
Venezianischer Hafen: Perfekt zum Bummeln – besonders zum Sonnenuntergang, wenn das Licht die Altstadt in ein goldenes Leuchten taucht.
Markthalle von Chania: Hier findest du alles, was das kretische Herz bzw. der Magen begehrt – von frischen Oliven bis zu köstlichem Feta. Ideal für leckere Mitbringsel oder kleine Kostproben!
Die Altstadt: Einfach durch die Gassen schlendern und dich treiben lassen. Du wirst immer wieder versteckte Cafés und kleine Shops entdecken.
Restaurant Empfehlung: Im Colombo Kitchen & Bar wird griechische Küche mit orientalischen Gerichten kombiniert und ich hatte einen der besten Fische meines Lebens. Der Service ist super und die Location mitten in der charmanten Altstadt total süß. 10/10! Am besten reservierst du vorher, da es hier voll werden kann.
Bar Empfehlung von einem Local: Hier waren wir selbst leider nicht, dennoch möchte ich dir diesen Local Tipp nicht vorenthalten: Die Synapsis Bar 🍸

Rethymno: Hafenromantik & Küstenflair 🏰🌊
Der kleine Hafenort hat mich total begeistert und überrascht. Gerade in den Abendstunden entsteht hier ein ganz toller Vibe und das schönste Licht. Rethymno ist der perfekte Ort, um die Balance zwischen Geschichte, Kultur und entspanntem Lifestyle zu erleben. Obwohl kleiner als Heraklion und Chania, hat diese Stadt einen ganz besonderen Charme, der mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Hier ein paar Highlights, die du in Rethymno auf keinen Fall verpassen solltest:
Die Festung Fortezza: Diese venezianische Festung aus dem 16. Jahrhundert thront über der Stadt und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Meer und die Altstadt. Perfekt für einen Besuch am Nachmittag, um den Sonnenuntergang zu genießen.
Altstadt von Rethymno: Die verwinkelten Gassen der Altstadt sind voll von blühenden Bougainvillea (diese typisch pinken wunderschönen Blumen), kleinen Boutiquen und einer Mischung aus venezianischer und osmanischer Architektur. Ideal für einen entspannten Spaziergang und den ein oder anderen Shopping-Stopp.
Der venezianische Hafen: Ohja auch hier sind sie wieder: Überall auf Kreta finden sich venezianische Einflüsse. Ein wunderschöner kleiner Hafen mit traditionellen Fischerbooten und vielen Restaurants direkt am Wasser. Hier solltest du auf jeden Fall einen fangfrischen Fisch zum Abendessen probieren.
Restaurant Empfehlung: Etwas teurer als der Durchschnitt auf Kreta, aber dafür Service und Menüs auf höchstem Niveau: Das Achinos ist das einzige Restaurant in der Umgebung, welches keine Laufkundschaft anlocken muss. Und das ist ja eigentlich schon das beste Zeichen oder? Hier essen auch Einheimische und viele Touristen kommen auf Empfehlung, so wie wir.
Fazit: Ist Kreta overhyped?
Jetzt die große Frage: Ist Kreta nur eine überlaufene Touristenhochburg oder lohnt sich eine Reise immernoch?
Mein ehrliches Fazit: Beides!
Klar, es gibt Orte, die in der Hochsaison überlaufen sind – aber das ist auf vielen beliebten Inseln so. Der Trick ist, die richtige Reisezeit und die versteckten Ecken zu kennen und vor allem: Sprich mit den Locals. Wir haben so z.B. tolle Restaurants und die Imbros Schlucht besucht, auf die wir sonst nicht gekommen wären.
Kreta bietet alles, was das Urlaubsherz begehrt: von atemberaubenden Stränden über hübsche, geschichtsträchtige Städtchen, bis hin zu leckerem Essen und tollem Wein. Die Insel ist so vielfältig, dass du bei jedem Besuch neue Highlights entdecken wirst.
Also: Kreta ist für mich definitiv eine wahre Perle – und wenn du die Insel einmal besucht hast, wirst du genau wissen, warum. Wenn du allerdings auf pures Abenteuer und absolut authentische Erlebnisse stehst, würde ich dir Kreta nicht empfehlen. Ich bin immer Fan von wechselnden Urlaubszielen und -arten. Der Mix aus Entspannung am Strand, Wandern durch das Inselinnere sowie kurze Besuche der hübschen Städtchen war genau das, was ich mir vorgestellt hatte und was ich gebraucht habe. Es gibt aber weitaus unberührtere Inseln und Orte in Griechenland.







































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