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Drei Tage in Rio

  • Autorenbild: nora
    nora
  • 12. Juli 2024
  • 8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Nov. 2024


Lachende, tanzende Menschen überall auf den Straßen, muskelbepackte, braungebrannte Astralkörper an der Copacabana, Caipirinha bis zum abwinken und der schillernde, brasilianische Karneval: Das ist das, was die meisten Menschen direkt mit Rio verbinden. Zugegeben: Ganz so, wie diese Traumvorstellung ist es nicht, dennoch gilt die brasilianische Küstenmetropole als eine der schönsten Städte der Welt und man kann sagen: Das stimmt auf jeden Fall! Ich nehme euch mit auf meine 3-tägige Reise nach Rio de Janeiro!


Eine Panoramasicht auf Rios Skyline mit Berglandschaft, untergehender Sonne und Helikopter.

Die Aussicht vom Morro da Urca, dem Berg, den man auf dem Weg zum Zuckerhut passiert, verpasst einem Gänsehaut pur. Wir hatten Glück und haben gerade noch den Sonnenuntergang beobachten können.



Inhaltsverzeichnis




Fakten & beste Reisezeit

Die wenigsten wissen, dass „Rio de Janeiro“ übersetzt „Fluss des Januars“ bedeutet. Der Name beruht auf einem Irrtum. Als der portugiesische Seefahrer Gaspar de Lemos am 1. Januar 1502 die Guanabara-Bucht erreichte, hielt er die Mündung für einen großen Fluss. Heute wissen wir, dass es sich um eine Bucht am Atlantik handelt, aber der Name hat sich durchgesetzt und bleibt unverändert.

Mit über 6 Millionen Einwohnern ist Rio die zweitgrößte Stadt Brasiliens – etwa halb so groß wie das Wirtschaftszentrum São Paulo. Die Einheimischen, auch Cariocas genannt, legen großen Wert auf ihr Aussehen, was vielleicht zum Klischee beiträgt, dass hier nur schöne Menschen leben. Wie bei vielen Klischees steckt auch hier ein Fünkchen Wahrheit drin.


Das Klima in Rio ist das ganze Jahr über angenehm. Selbst im „kältesten“ Monat Juli fallen die Temperaturen selten unter 20 Grad. Die Regenzeit dauert von Februar bis Juni, aber die Temperatur bleibt relativ konstant. In den heißesten Monaten Dezember, Januar und Februar kann man sich auf warmes bis heißes Wetter einstellen, mit Wassertemperaturen zwischen 20 und 25 Grad – perfekt zum Baden.


Die beste Reisezeit hängt von den Wettervorlieben ab. Die Trockenzeit von Juli bis Januar ist ideal, wobei Dezember und Januar wegen der brasilianischen Ferien Hochsaison sind. Der Jahreswechsel wird hier oft in Weiß am Strand gefeiert – ein spektakuläres Erlebnis! Wer den weltberühmten, schilldernden Karneval erleben möchte, reist im Februar, aber sollte sich auf höhere Preise und große Menschenmengen vorbereiten. Generell ist Rio das ganze Jahr über eine Reise wert.


Juli bis November: Trockenzeit

Jahreswechsel: spektakuläre white Partys an der Copacabana

Februar: Karneval



Anreise nach Rio

Blick aus dem Flugzeugfenster auf den linken Flügel. Unten befinden sich dichte Wolken über den Woken erstrahl der Himmel in gelb, orange, blauem Licht.

Wie kommt man nach Rio? 

Zugegeben, die Anreise ist nicht die kürzeste, aber es gibt viele Verbindungen. Wer früh genug plant und nicht in der Hochsaison reist, wird mit niedrigeren Preisen belohnt. Ehrlicherweise muss man aber festhalten, dass Flüge schon teurer als z.B. nach Asien sind.

Ab Frankfurt gibt es Direktflüge, die etwa 12 bis 14 Stunden dauern. Flüge mit Zwischenstopps bieten Airlines in Städten wie z.B. London oder Paris an. Die Kosten variieren je nach Reisezeit und Fluglinie. In der Nebensaison liegen die Preise zwischen 800 und 900 Euro, in der Hochsaison zwischen 1200 und 1400 Euro. 


Ein guter Startpunkt für die Flugsuche ist Skyscanner. Für die Buchung gehe ich direkt auf die Website der Airline und dies würde ich aus diversen Gründen jedem empfehlen!



Tipp: Wir sind von São Paulo aus mit dem Bus gefahren und es war der absolute Hammer! Die Busse in Südamerika sind auf keinen Fall vergleichbar mit denen in Deutschland oder Europa. Wenn du die Zeit hast, fahre am besten mal mit dem overnight Bus. Tickets gibt es z.B. hier.



Sicherheit in Rio

Sicherheit ist in ganz Südamerika ein Thema, insbesondere in Brasilien herrscht hohe Kriminalität. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist hier sehr hoch. In Metropolen wie São Paulo und Rio haben sich Armenviertel, sogenannte Favelas gebildet, die stetig wachsen. Dennoch sollte man sich nicht von diesen nicht abschrecken lassen, sondern seine Reise nach Rio wachsam und vorsichtig und vor allem mit gesundem Menschenverstand angehen. Was gut zu wissen ist:


  • verhalte dich unauffällig (keinen teuren Schmuck oder Luxushandtaschen)

  • Meide Favelas, besonders nachts

  • Nimm eventuell ein altes Ersatzhandy mit

  • Im Falle eines Überfalls: Ruhe bewahren, nicht wehren, Wertsachen abgeben


Die Tatsache, dass man hier vorsichtiger sein muss als in Europas oder Asien ist zwar keinesfalls schön, andererseits weiß man nach einem Besuch auch wieder seine Freiheiten hier zu schätzen. Wie gesagt, Angst haben muss man nicht, dennoch sollte man immer mit offenen Augen und Ohren durch die Straßen gehen. Was außerdem auf den ersten Blick für Europäer ein Kulturschock sein könnte: Vor jedem Haus, auch Mehrfamilienhäusern, befinden sich Meterhohe Zäune mit Sicherheitsschloss und Kamera. Im Eingangsbereich sitzt eine Sicherheitsfachkraft, die Besucher sowie Bewohner dann ins Gebäude lässt. Dies dient der Sicherheit der Bewohner und Touristen.



Übernachten in Rio

In Rio entscheidet nicht die Entfernung zum Zentrum oder den Stränden über den Übernachtungspreis, sondern die Sicherheit des Viertels. Gegenden, in denen man ohne Bedenken übernachten kann, sind z.B.:


Ipanema Bekannt für seinen wunderschönen Strand und exzellente Restaurants. Hier finden sich zahlreiche Hotels und Ferienwohnungen, die sich ideal für Touristen eignen.

Copacabana Das bekannteste Viertel Rios mit einer Fülle von Unterkünften, von luxuriösen Hotels bis hin zu gemütlichen Hostels. Der berühmte Strand zieht Besucher aus aller Welt an und die Gegend ist gut beleuchtet und belebt.

Leblon Direkt neben Ipanema gelegen, liegt ein gehobenes Viertel, das für seine exklusiven Geschäfte und Restaurants bekannt ist. Es bietet eine ruhigere Alternative zu den lebhafteren Strandabschnitten und ist eines der sichersten Viertel in Rio.



Programm für 3 Tage

Rio hat so viel zu bieten, da reichen 3 Tage natürlich nicht aus, um alles zu sehen und zu entdecken und vor allem: um die Atmosphäre aufzusaugen. Außerdem kommt es auch immer darauf an, wann man vor Ort ist. Zum Karneval herrscht natürlich eine ganz andere Stimmung als im Winter. 

Hier findest du das Programm, was wir in 3 Tagen gemacht haben. Natürlich kann man dies individuell anpassen:



1. Tag: Der Klassiker: Cristo Redentor (Christus, der Erlöser)


Rio de Janeiro ist traumhaft zwischen Bergen und dem Meer an wunderschönen Sandstränden gelegen. Daher muss man die Stadt einfach von oben gesehen haben, um den atemberaubenden Rundumblick zu genießen. Der erste Tag eignet sich perfekt für einen Besuch des Cristo Redentor. Schon die Anreise ist ein Erlebnis: Mit der Seilbahn fährt man etwa 15 Minuten nach oben. Oben angekommen, geht es noch ein paar Treppen hinauf und man steht vor der beeindruckenden, rund 30 Meter hohen Statue. Cristo Redentor, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt, breitet seit dem 12. Oktober 1931 seine 28 Meter langen Arme über die Stadt aus. Die Statue wurde größtenteils in Paris entworfen. Hier darf natürlich das obligatorische Selfie nicht fehlen! Je nach Reisezeit ist hier natürlich viel los. Aber der umwerfende Blick auf Rio und die umliegenden Berge ist jede Mühe wert. Ein absolutes Muss!


Tipp: Unbedingt vorher online Karten kaufen! Sonst steht man noch länger an und vergeudet wertvolle Zeit. Am besten schaut ihr mal bei Get your Guide oder ähnlichen Anbietern vorbei, da man in Brasilien oft seine Steuer ID oder brasilianische Passnummer benötigt, um Tickets zu kaufen. 


von links nach rechts: Bereits unten, wo die Seilbahn abfährt zeigt sich ein Abbild Cristo Redentors, die atemberaubende Aussicht u.a. auf den Zuckerhut & Cristo Redentor von hinten - einfach wahnsinn, das mit eigenen Augen zu sehen


 

2. Tag: Botanischer Garten & der Zuckerhut


Der zweite Tag beginnt mit einem entspannten Spaziergang durch den berühmten Jardim Botânico von Rio de Janeiro. Der 1808 gegründete Botanische Garten bietet eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzenarten aus aller Welt sowie zahlreichen endemischen Arten aus Brasilien. Die üppige Vegetation und das leuchtende Grün sind selbst in einer Millionenstadt wie Rio beeindruckend. 

Schlendere durch die majestätischen Palmenalleen, bewundere die farbenfrohen Orchideen im Orchideenhaus und genieße die Ruhe inmitten einer der aufregendsten Städte der Welt. Die beruhigende Atmosphäre des Gartens ist der perfekte Start in den Tag. Rund um den Garten gibt es viele hübsche Cafés, in denen man sich mit einem Kaffee und einer schmackhaften Acai Bowl stärken kann.



Der Botanische Garten Rios, selbst von hier sieht man den Cristo


Am Nachmittag geht es weiter zum Zuckerhut, das ikonische Wahrzeichen Rios. Wieder geht es mit der Seilbahn zuerst auf den Morro da Urca, von wo aus die Aussicht bereits überwältigend ist. Hier gibt es eine Eventlocation mit Bar, wo oft Konzerte stattfinden. 

Weiter geht es auf den Gipfel des beeindruckenden Granitbergs. Die Aussicht lässt einem buchstäblich die Kinnlade nach unten klappen: Die Stadt, die umliegenden grünen Berge, die Strände und das glitzernde Meer – und nicht zu vergessen der Cristo Redentor. Besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Stadt in goldenes Licht getaucht wird, bleibt kein Auge trocken. Rio hat mich immer wieder mit seiner überwältigenden Schönheit in seinen Bann gezogen.

Wir waren genau zum Sonnenuntergang dort. Da wir nicht als Einzige diese Idee hatten, tummelten sich oben Menschenmassen. So waren wir erst im Dunkeln oben auf dem Zuckerhut. Dies war gar nicht schlimm, so hatten wir zuerst die Sonnenuntergangsatmosphäre und später Rio bei Nacht, was ebenfalls ein spektakulärer Anblick war. Falls du aber lieber bei Tageslicht hoch willst, plane je nach Saison, auf jeden Fall genug Zeit ein!



Die Aussicht vom Zuckerhut

 

3. Tag: Künstlerviertel Santa Teresa & Entspannung am Strand


Malerische Straßen mit Kopfsteinpflaster, bunten Häuser und zahlreichen Kunstgalerien: Das ist das charmante Künstlerviertel Santa Teresa. 

Das Museu da Chácara do Céu beherbergt eine beeindruckende Sammlung brasilianischer und europäischer Kunstwerke und eignet sich ideal als Start in Santa Teresa. Anschließend kann man durch die Gassen schlendern, die Straßenkunst bewundern und die kleinen Boutiquen und Cafés, die Santa Teresa zu bieten hat besuchen. Besonders berühmt und sehenswert ist die Escadaria Selarón. Hier spürt man die kreative Atmosphäre des Viertels besonders. Diese Treppe verbindet die Stadtteile Santa Teresa und Lapa und ist mit Fliesen und Keramikkacheln aus aller Welt geschmückt – ein echtes Kunstwerk. Benannt ist sie nach dem chilenischen Künstler Jorge Selarón, der in Brasilien seine neue Heimat fand. Hier kann es, je nach Saison, sehr voll werden, und Fotos ohne weitere Touristen sind selten.


Eindrücke aus dem Künstlerviertel Santa Teresa


Nach einem Vormittag voller Kultur ist es Zeit, sich zu entspannen. Zurück an der Küste bieten die Strände von Ipanema oder Copacabana einen perfekten Ort: Hier tummeln sich schöne Menschen, die Sport treiben, sich sonnen, baden oder einfach mit Freunden treffen. Hier findet das wahre Leben Rios statt. Die Cariocas, wie sich die Einheimischen nennen, sind besonders stolz auf ihre Strände und legen viel Wert auf ihr Äußeres – das gehört einfach zur Mentalität und Kultur. Wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet und die Szenerie in ein buntes Farbenspiel aus Gelb, Lila und Rot verwandelt, fühlt man sich fast wie in einer anderen Welt. Rio überrascht einen ständig aufs Neue und überwältigt mit seiner Schönheit.


Sonnenuntergang am Strand von Ipanema


Weitere Aktivitäten in Rio de Janeiro

Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten hat Rio de Janeiro noch viele weitere Aktivitäten zu bieten, die deinen Aufenthalt besonders machen. Ich schaue bei sowas immer bei Get Your Guide oder booking nach. Es gibt aber sicher noch weitere, vor allem lokale Anbieter. Hier sind einige Vorschläge:


Kulinarische Tour: Tauche ein in die vielfältige brasilianische Küche bei einer geführten kulinarischen Tour. Besuche lokale Märkte, probiere frische Früchte, traditionelle Gerichte wie Feijoada und genieße die besten Caipirinhas der Stadt.


Segeltour: Erkunde Rio vom Wasser aus und genieße eine Segeltour entlang der malerischen Küste. Vom Boot aus kannst du die beeindruckende Skyline, die grünen Hügel und die berühmten Strände bewundern. Eine Segeltour bietet eine entspannte und einzigartige Perspektive auf die Stadt.


Salsa-Kurs: Rio lebt von seiner Musik- und Tanzkultur! Ein Salsa-Kurs ist die perfekte Gelegenheit, die pulsierenden Rhythmen der Stadt zu erleben und deine Tanzfähigkeiten zu verbessern. In Rio gibt es viele Tanzschulen und Clubs, die sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Kurse anbieten.


Wanderung im Tijuca-Nationalpark: Entkomme dem Trubel der Stadt und entdecke den Tijuca-Nationalpark, einen der größten städtischen Regenwälder weltweit. Wandere auf gut ausgeschilderten Wegen, entdecke beeindruckende Wasserfälle und genieße atemberaubende Ausblicke auf Rio und das Meer.


Diese Aktivitäten und Erlebnisse machen Rio de Janeiro zu einer unvergleichlichen Mischung aus Kultur, Natur und Abenteuer. Egal, ob du nur drei Tage oder länger bleibst, diese Stadt wird dich mit ihrer Energie und Schönheit in ihren Bann ziehen.

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